Alkohol oder Zucker? Zu Vers 16:67 (in "Übersetzungsfehler des Koran")

Geschrieben von: Hanif, am 02.Feb.2008

Im Namen Gottes, Des Erbarmers, Des Gnädigen

ومن ثمرت النخيل والاعنب تتخذون منه سكرا ورزقا حسنا ان فى ذلك لءاية لقوم يعقلون (16:67)
Aus den Früchten der Dattelpalmen und der Weinreben gewinnt ihr ein berauschendes Getränk und gute Nahrung. Darin ist ein Zeichen für Menschen, die sich ihres Verstandes bedienen.

Vers 16:67 ist mir persönlich, auch wenn die darin vorkommenden Wörter nicht schwer zu verstehen sind, nicht einfach zu interpretieren, da ich auf der einen Seite immer noch mit meinen alten traditionellen Ansichten zu kämpfen habe. In der Tradition (so wie die Übersetzungen es bestätigen) lernten wir, dass es bei diesem Vers um "berauschendes Mittel" ginge. Ich lese es zwar auch aber das Wort SaKaRa سكراmuss nicht unbedingt "Berauschendes" heißen; auch nirgendwo taucht im Originalkontext des Koran das Wort "Getränk" auf. Das Verb von SaKaRa bedeutet "(ver-)schließen" oder auch "sich berauschen" und der Nomen heißt "ZUCKER". Genau hier ist es nämlich unverständlich, warum die Gelehrten und die Übersetzer das Wort als "berauschendes Getränk" wiedergaben und das Wort "Zucker" vernachlässigten. Gott benennt uns Alkohol in mehreren Versen; doch Er verwendet dafür den Begriff Khamrah = Wein. Die damaligen Araber kannten den Wein und war als einziges bekanntes alkoholisches Getränk. Das komische ist, dass die arabischen Völker das Wort "Sakara" nur in Verbindung mit Zucker (als Nomen) in ihrer Sprache verwenden. Deshalb verstehe ich nicht, wie die Gelehrten darauf gekommen sind, dass es hier um "berauschendes" ginge? Vielleicht meinen sie, dass die damaligen Araber den Zucker noch nicht kannten, was eigentlich ein Irrtum ist. Zucker war seit mehr als 6000 Jahren im asiatischen Raum bekannt: http://de.wikipedia.org/wiki/Zucker

Zucker, ursprünglich aus dem Sanskrit sarkura, woraus im späteren Verlauf das arabische sukkar (سكر‎, verb: sakkara) wurde und von dort in den europäischen Sprachraum gelangte, ist Nahrungsmittel und gleichzeitig Genussmittel. Daten zur Kulturgeschichte des Zuckers 8.000 v. Chr. – älteste Zuckerrohr-Funde in Melanesien, Polynesien 6.000 v. Chr. – Zuckerrohr gelangt von Ostasien nach Indien und Persien 600 v. Chr. – Zuckergewinnung in Persien: heißer Zuckerrohrsaft wird in Holz- oder Tonkegel gefüllt, in der Spitze kristallisiert der Zucker, es entsteht der Zuckerhut. Spätantike: Saccharum genannter Zucker ist in Rom als Luxusgut sehr reicher Patrizier nachgewiesen und wird aus Indien bzw. Persien importiert. 1100 n. Chr. – Mit den Kreuzfahrern gelangt Zucker erstmalig nach Europa Ab ca. 1500 – Zuckerrohr wird weltweit auf Plantagen angebaut, Zucker bleibt ein begehrtes Luxusgut für die Reichen. Es wird als Weißes Gold……………..

Der Vers 16:67 handelt von zwei Fruchtsorten, die beide den Menschen mit Zucker liefern: Trauben- und Dattelzucker. Dattelzucker? Ja, so etwas gibt es auch ´:D´ http://www.uni-bayreuth.de/departments/ … zucker.htm

4. Saccharose Was aber ist Haushaltszucker aus chemischer Sicht, in der Umgangssprache auch einfach „Zucker“ genannt? Als Haushaltszucker bezeichnet man Saccharose, die auch noch die Namen Rohrzucker, Rübenzucker oder Sukrose (engl. sucrose) besitzt. Saccharose ist ein Disaccharid – das vielleicht wichtigste Disaccharid für unsere Ernährung. Sie ist in zahlreichen Pflanzen in kleinen Mengen anzutreffen, z.B. in Süßmais, in Palmsaft als Palmzucker, in Früchten (z.B. als Dattelzucker), in Samen, Baumsäften (z.B. Ahornzucker aus Ahornsaft), Wurzeln und Rhizomen. Größere Mengen an Saccharose findet man aber nur im Zuckerrohr und in der Zuckerrübe. Und zwar sind in der Zuckerrübe 17-20% und im Zuckerrohr rund 14-21% Saccharose enthalten.

Wie gesagt; ich persönlich sehe und verstehe das Wort ٍSakar als Zucker, weil Gott es mit den guten Gaben bzw. Nahrung in Verbindung bringt:

16:67 Aus den Früchten der Dattelpalmen und der Weinreben gewinnt ihr Zucker und gute Nahrung. Darin ist ein Zeichen für Menschen, die sich ihres Verstandes bedienen.

Und auf der anderen Seite steht es in Vers 5:90, dass Berauschendes ein Greuel und Werk des Teufel sei, was wir unbedingt meiden sollten.

5:90 O ihr, die ihr glaubt! Berauschendes (Khamra), Glücksspiel, Opfersteine und Lospfeile sind ein Greuel, das Werk des Satans. So meidet sie, auf daß ihr erfolgreich seid ;

Es ist auch klar, dass Zucker die Voraussetzung für die alkoholische Gärung ist. Wenn es also Keinen Zucker gäbe, dann dürfte es auch keinen Wein gäben. Es ist aber auch klar, dass Gott uns die Heilung bringt. Darauf soll jeder gläubige Mensch vertrauen haben.

17:82 Und Wir senden vom Koran hinab, was den Gläubigen Heilung und Barmherzigkeit bringt; den Ungerechten jedoch vermehrt es nichts außer Verlust

Salam

1 Kommentar

Musa
22.Aug.2014

Selam,

Nisa 43;  Wenn Sukera Zucker bedeutet, so ist der Vers in Nisa-43 so zu verstehen, dass die Näherung zum Gebet (As-Salah) nicht mit diesem Stoff erlaubt ist.

Viel mehr sollte der Augenmerk auf die Eigenschaft von zuckerhaltigen Stoffen gerichtet werden, denn daraus können Substanzen mit Alkohol erzeugt werden. Somit ist der Zusammenhang wieder hergestellt, wenn in Übersetzungen berauschende Zustände angemerkt werden.

 

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