Zu dem Blatt: Neue Wege der Koranforschung (in "Alte Manuskripte")

Geschrieben von: Hanif, am 30.Nov.2007

Im Namen Gottes, Des Erbarmers, Des Gnädigen

Stellungnahme zu dem Blatt mit dem Titel "Neue Wege der Koranforschung" von: Hans-Caspar Graf von Bothmer, Karl-Heinz Ohlig und Gerd-Rüdiger Puin.

Es ist uns wichtig, dass Forschungsarbeiten im Gebiet islamischer bzw. koranischer Studien betrieben. Nur leider sehen wir, dass diese Arbeit weder wissenschaftlich noch in neutraler Sicht betrachtet wurde, da wir gemerkt haben, dass die Tendenz dahin geht, den Koran als ein von Hand geschriebenes Werk zu sehen, das von einem Menschen kopiert wurde, dessen Prophetentum angezweifelt wird.

Es wird an erster Stelle behauptet, dass der Koran ursprünglich ohne diakritische Punktierung entstanden ist. Das ist auch richtig, aber der Koran wurde nicht nur schriftlich übermittelt sondern auch mündlich, so dass diese Zeichen später hinzugefügt wurden, um zu vermeiden, dass die Leute es falsch lesen. Wir stimmen auch darüber überein, dass durch die Vokalisierung möglicherweise falsch interpretierte Passagen vorkommen, aber die Beispiele, die in diesem Blatt angeführt wurden, haben mit diesen Interpretationen nichts zu tun. Das Wort بعيد (BaÁYD) (Seite 38), das hier als Beispiel genannt wurde, hat man ohne Punktierung in verschiedenen Variationen vorgeführt, um zu zeigen, dass es auch etwas anderes heißen könnte. Nur leider ergeben alle angeführten Beispiel nichts Sinnvolles, das im arabischen verstanden werden könnte. TaÁND تعند, BaGHeND بغند, oder ThaÁND ثعند oder was immer man aus dieser Kombination macht, ergibt im arabischen keinen Sinn. Der Vers (34:53) sagt aus, dass diese Leute (die Ungläubigen) etwas aus der Ferne vermuten, so wie es unsere Wissenschaftler in diesem Blatt vormachen.

Zweitens: Die Manuskripte von Sanaa können nicht als Beweis für irgendwelche Thesen genommen werden, da es sich vermutlich um Manuskripte handeln, die mit großer Wahrscheinlichkeit von Schülern des Koran angefertigt wurden. Die Wiederverwendung der Pergamente (da sie mehrmals gewaschen und verwendet wurden) lässt eher den Verdacht aufkommen, dass sie von mehreren Leuten geschrieben und verbessert wurden. Es ist auch wichtig zu wissen, dass die islamische Tradition es verbietet, Gottesworte einfach wegzuwerfen oder sie einfach zu verbrennen. Deshalb ist die Aufbewahrung der Pergamente in einem Gewölbe der Moschee der sicherste Ort ist, damit keiner an sie heran kommt. Es ist auch wichtig zu erwähnen, dass die Moschee in der damaligen Zeit, so wie es in manchen Orten immer noch der Brauch ist, als Schulen benutzt wurde, wo man das Schreiben und Lesen erlernt. Daher ist es selbstverständlich, dass viel Material entstanden ist, das mit Fehlern behaftet ist. Nach genauer Inspizierung der Schriften und der Manuskripte ist auch zu erkennnen, dass sie höchstwahrscheinlich von Anfängern stammen, da die Linien schief und unregelmäßig waren (Siehe Bild) All dies kann vielleicht manche der im Blatt (Neue Wege der Koranforschung) gestellten Fragen beantworten, warum einige ältere Pergamente 2 oder 3 Male gewaschen und wieder verwendet wurden.

Drittens: Wenn man behauptet, dass gewisse Buchstaben ursprünglich keine Punktierung haben und dass sie anders gelesen werden, dann sollten wir das gleiche auch bei der hebräischen Sprache sagen. Ob der Buchstabe (س ) als S oder als SCH gelesen wird, ist unserer Meinung nach nicht als Fehler zu definieren, da in erster Linie wichtig ist, was das Wort aussagen will. Es geht beim Beispiel, das im Blatt Seite 40 vorgeführt wurde, um "den Teufel" bei dem Wort "Schatan" oder wie man es im Hebräischen ausspricht "Satan". Dieser Buchstabe befindet sich in der hebräischen Sprache und kann genau so als S ( שׂ ) wie auch als SCH ( שׁ ) gesprochen werden. Also könnten wir genau so behaupten, dass es die alten Hebräer möglicherweise falsch ausgesprochen hätten, und dass das Wort "Schatan" hieße und nicht "Satan", wie sie behaupteten. Denn der diakritische Punkt auf dem hebräischen Buchstaben ist erst später entstanden und war im Original gar nicht vorhanden. Aber dies sind Sachen, die man besser nicht besprechen sollte, da keiner weiß, ob das Schwäbische oder das Bayrische einen besseren Dialekt von beiden wäre.

Viertens: Das Wort ( ابراهيم ) (Seite 40 im Blatt) haben sie falsch aus dem Koran entnommen. Dieses Wort gibt es im gesamten Koran mit dem Buchstaben Alif ( ا ) in der Mitte gar nicht. Anscheinend haben sie dieses Wort aus der Internetversion übernommen, die leider viele Fehler enthält. Diese Version wurde damals ins Internet gestellt, weil das Internet viele Symbole der Uthman-Koran nicht bieten konnte. Deshalb wurden manche kleine Symbole mit Buchstaben ersetzt. Doch jetzt bieten wir auf unserer Seite neben dieser Internetversion auch eine andere an , die leer von jeglichen Symbolen ist und die sich an den Original-Koran hält. (www.alquran.eu). Hier (Die Entstehungsgeschichte von OpenQuran) zeigen wir die Fehler, die durch diese Version entstanden sind und besonders das Beispiel von dem Namen "Abraham", der auf 2 unterschiedliche Weisen ( ابرهم = ABRHM) und ( ابرهيم =ABRHYM) im Original-Koran geschrieben wurde, als Bestätigung der Bibelaussagen, dass Abraham früher tatsächlich anders genannt wurde.

Ein Beispiel mit (ابرهم ABRHM - Sura 2) und (ابرهيم ABRHYM – Die restlichen Suren)

Der Buchstabe S (س) ist nicht der einzige der von Arabern und Hebräern anders ausgesprochen wird, auch Y (ى) weist unterschiedliche Aussprachen zwischen den beiden Völkern auf. Nach den Regeln der arabischen Sprache kann der Buchstabe in manchen Fällen als Y und in anderen als A ausgesprochen werden, wie das Wort (موسى = MOSY), das im arabischen als MOSA ausgesprochen wird und im hebräischen als MOSE. Der Buchstabe kann womöglich weder Y noch A heißen, vielleicht ist er etwas dazwischen, wie das deutsche Ä, das manche Völker nicht aussprechen können. Auch beim Buchstaben S in diesem Wort sind sich die Hebräer nicht einig, ob es MOSE oder MOSCHE war.

Das Wort TWRYH (تورية = Torah), das im Arabischen als Tawrah ausgesprochen wird, ist auch ein Beispiel, das im Blatt Seite 40 vorgebracht wurde, um ihre Theorie beweisen zu können. Doch das ist nicht das einzige Wort, das diese Merkmale aufweist. Wir zeigen hier das Wort ZKWH (زكوة = Reinheit), das als "Zakat" ausgesprochen wird.

Wie man sieht beschäftigt sich die meiste Analyse in diesem Blatt eher mit Nebensächlichkeiten, die weit entfernt von jeglichen wissenschaftlichen Arbeiten sind, leider, da es, auch wenn es anders gesprochen wird, keinen Einfluss auf die Bedeutung der heiligen Schriften hat.

Salam und Schalom

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