Kult und Rituelle (in "Übersetzungsfehler des Koran")

Geschrieben von: Hanif, am 16.Mar.2011

Im Namen Gottes, Des Erbarmers, Des Gnädigen

Laut Koran gab Gott jeder der verschiedenen Gemeinden ihren eigenen Kult, der durch mehrere Handlungen, sogenannte  Rituelle, zum Dienst an die Gottheit gewidmet und vollzogen werden.

Als Der Koran herabgesandt wurde, war er ohne Harakts (diakritische Vokale und Symbole) ausgestattet. Später jedoch (200 Jahre nach dem Tod des Propheten) setzte man diese Zeichen, um den Studierenden des Koran das Erlernen der richtigen Aussprache leichter zu machen. Die Idee an sich ist sicher nicht übel, da sie aber von Menschen gemacht wurde, ist es möglich, dass dadurch Fehler entstanden sind.

Wir möchten hier 2 Wörter vorstellen, die von der Bedeutung her sehr nah liegen jedoch sich von der Schreibweise unterscheiden:

منسك [mansak] Kult, pl. مناسك [Manasik] Kulte (daher kommt das Wort ناسك [nasik] Askese

22:34 Und für jede Gemeinschaft haben Wir einen Ritus (Mansak) festgelegt, damit sie den Namen Gottes über dem erwähnen, was er ihnen an Herdenvieh beschert hat. Und euer Gott ist ein einziger Gott, Ihm müßt ihr ergeben sein. Und verkünde frohe Botschaft denen, die sich demütigen,

22:67 Für jede Gemeinschaft haben Wir einen Ritus (Mansak)  festgelegt, den sie zu vollziehen haben. So sollen sie nicht mit dir über die Angelegenheit Streit führen. Und rufe zu deinem Herrn. Siehe, du folgst einer geraden Rechtleitung.

Ein "Mansak" ist ein Allgemeinbegriff, der verschiedene Rituelle شعاير [Schaáayr] in sich vereint. Deshalb sehen wir in den Versen 22:34 und 22:67, dass Gott jeder Gemeinde einen einzigen Kult gab.
Doch warum geben alle Übersetzer das gleiche Wort in Vers 2:200 in Pluralform wieder, obwohl es in Singularform sein sollte?

2:200 فاذا قضيتم منسككم فاذكروا الله كذكركم ءاباءكم او اشد ذكرا فمن الناس من يقول ربنا ءاتنا في الدنيا وما له في الءاخره من خلق

2:200 Und wenn ihr eure Riten [MaNSaKaKoM] beendet habt, dann gedenket Gottes, wie ihr eurer Väter (früher) gedacht habt oder mit noch innigerem Gedenken. Unter den Menschen gibt es welche, die sagen: »Unser Herr, beschenke uns im Diesseits.« Diese haben im Jenseits keinen Anteil.

Anscheinend liegt hier eine Verwechslung vor, die durch die falsch aufgesetzten diakritischen Zeichen (Harakats) verursacht wurde. Denn das Plural von منسك [MaNSaK] ist مناسك [MaNASeK] (mit Alef in der Mitte) so wie es in Vers 2:128 geschrieben ist:

2:128 ربنا واجعلنا مسلمين لك ومن ذريتنا امه مسلمه لك وارنا مناسكنا وتب علينا انك انت التواب الرحيم

Unser Herr, mache uns Dir ergeben und von unserer Nachkommenschaft eine Dir ergebene Gemeinschaft. Und zeige uns unsere Kulte, und nimm unsere Reue an. Du bist ja der Reue-Annehmende und Barmherzige.

Da unser Wort in Vers 2:200 ohne das Alef in der Mitte geschrieben ist, dann muss es um einen einzigen  Kult handeln und nicht wie die diakretischen Zeichen uns weiss machen wollen.

2:200 Und wenn ihr euren Kult [MaNSaKaKoM] beendet habt, dann gedenket Gottes, wie ihr eurer Väter (früher) gedacht habt oder mit noch innigerem Gedenken. Unter den Menschen gibt es welche, die sagen: »Unser Herr, beschenke uns im Diesseits.« Diese haben im Jenseits keinen Anteil.

Der Hajj (Pilgerreise) ist in dem Sinne ein Kult منسك [MaNSaK], der mehrere Riten شعائر [SchaÁAER] beinhaltet, die von den Pilgernden hinter einander vollzogen werden.

Aus dem Grund fordern wir die Übersetzer des Koran, mehr Gedanken darüber zu machen, was jedes Wort im Koran darstellt und nicht einfach die Darstellung der islamischen Traditionen blind zu übernehmen. Dafür haben wir mehrere Tools entwickelt, damit man die Wurzel der koranischen Begriffe genauer studieren und die dazu gehörenden Verse besser vergleichen kann (siehe: www.alquran.eu)

Salam

Ähnliche ThemenAllah Koran Ritual Ritualle Riten Kult

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben
Wer SATT ist, wird NIE einen HUNGERNDEN verstehen.
Es kommt nicht darauf an, wie ALT man ist, sondern WIE man alt ist.
AUFRICHTIGKEIT ist wahrscheinlich die verwegenste Form der TAPFERKEIT.
Ein WAHRHAFT großer Mensch wird weder einen Wurm ZERTRETEN, noch vor dem Kaiser KRIECHEN.
Was Rednern an TIEFE fehlt, ersetzen sie durch LÄNGE.
Sehnsucht ist das Los des Geistes, der einmal Gottes Schönheit geschaut hat.
Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in DIR.
Wandelt mit den FÜßEN auf der ERDE; mit den HERZEN aber seid im HIMMEL.
Bewußt-Sein ist Selbst-Erlebnis durch Selbst-Betrachtung.
Doch die SCHÖPFUNG - bleibt ein WUNDER.
Nur der Schweigende hört.
Suche nicht ANDERE, sondern dich SELBST zu übertreffen.
Man muss etwas Neues machen, um etwas Neues zu sehen.
Jede Weisheit ist ein Geschenk Gottes
Wer sich nicht mehr WUNDERN kann, der ist SEELISCH bereits TOD.
Menschen wünschen sich Geduld, aber so schnell wie möglich