Quraisch, die Winter- und Sommerreise (Kapitel 106) (in "Übersetzungsfehler des Koran")

Geschrieben von: Hanif, am 29.Oct.2014

Im Namen Gottes des Erbarmers des Gnädigen

  1. Für die Vereinigung Quraischs
  2. Ihre Vereinigung ist die Winter- und Sommerreise
  3. Dafür sollen sie Dem Herrn dieses Hauses dienen
  4. Der ihnen Speise gegen den Hunger gab und Sicherheit gegen die Angst gewährte

Der Name Quraisch wurde im Koran, Kapitel 106 erwähnt. Dieses gehört zu den kleinen Kapiteln, die gewisse Schwierigkeiten bei ihrer Interpretation und ihrem Verständnis aufweisen. Der Name "Quraisch" wird in der orthodoxen Überlieferungen als jener arabische Stamm erklärt, aus dem der Prophet Mohammed hervorkam. Laut Geschichte oder Überlieferungen hieß es, dass jener Stamm in mehr als 20 verschiedene Stämmen unterteilt war, die sich in vorislamischer Zeit gegenseitig bekriegt haben, bis der Islam sie  irgendwann wieder vereinte.

Falls der Name "Quraisch"sich wirklich auf die arabischen Stämme bezieht, dann glauben wir eher, dass er ihnen erst dann gegeben wurde, nachdem sie sich unter der islamischen Flagge vereinten, und nicht davor. Dies, weil wir entdeckt haben, dass dieses Wort nicht einfach nur ein Name ist, sondern vielmehr auf eine Funktion hindeutet, die eine Sache beschreibt.

Die Wurzel des Wortes قرش (Q R SCH) bedeutet laut Wörterbücher:

Etwas, das in mehreren Teilen unterteilt werden kann, die wiederum beim Zusammenfügen eine größere Einheit bilden.
قرش [QiRSCH] pl. قروش [QuROUSCH] die kleinste Einheit einer Währung (aus dem Lat. Grossus (Groschen))
100 Qirsch = bilden ein Dinar (aus dem Lat. Denarius)

Der Name dieser Währung existiert bereits sowohl in vielen Regionen der antiken Welt als auch in manchen heutigen Gebieten der arabischen Länder: (Siehe Wikipedia)

Deshalb denken wir, dass dieser Namen nicht für einen bestimmten Stamm war, sondern dass er etwas darstellt, was mit der Funktion der Winter- und Sommerzyklen zu tun hat, so wie es in Vers 2  beschrieben ist

Das Analemma

Bevor wir mit dem Thema fortfahren, wollen wir das sogenannte Analemma für jene erklären, die es noch nicht kennen.

Das erste Bild zeigt uns mehrere Bilder von der Sonne (die weißen Punkte), die in bestimmten Abständen, vom gleichen Ort, zur gleichen Uhrzeit und über das gesammte Jahr aufgenommen worden sind. Durch das Überlappen der Bilder sehen wir den Verlauf der Sonne bzw. ihre Positionen am Himmel über ein ganzes Sonnenjahr. Da die Bewegung der Erde ekliptisch verläuft, entsteht dadurch ein Muster, das der Zahl 8 ähnelt. Dieses Muster stellt die unendliche Bewegung der Sonne während ihrer Reise durch Winter- und Sommerzeit dar. Bei jedem Vor- bzw. Rücklauf kommt die Sonne an eine Kreuzung, die wir im Bild  Vereinigungspunkt nennen.

In anderen Worten, die Sonne geht hinauf (unten rechts) aus dem Bereich ihrer Winterreise, wo die Tageslänge kürzer ist als die Nachtslänge, bis sie die Kreuzung erreicht (Äquinoktium des Frühlings 20/21 März) bei dem die Tages- und Nachtslänge gleich sind. Dann steigt sie weiter hinauf, um ihre Sommerreise zu beginnen, bis sie ihre Sommersonnenwende erreicht (20./21. Juni). Ab hier steigt die Sonne wieder hinab, um die Sommerreise zu vollenden, bis sie an der Kreuzung zum zweiten Mal ankommt (Äquinoktium des Herbstes 22./23. September). Auch hier sind Tages- und Nachtslänge gleich. Und ab da beginnt die Sonne ihre Winterreise zu machen und steigt weiter hinab, bis sie ihre Wintersonnenwende erreicht (21./22. Dezember).

Das zweite Bild zeigt die ekliptische Bewegung der Sonne von oben. Die Abstände variieren je nach Ort, wo die Bilder aufgenommen werden, doch die Form des 8er-Musters bleibt fast gleich.

Diese Bewegung der Sonne bzw. der Erde im Bezug zur Sonne ist eine Berechnung, die Gott eingesetzt hat. Denn ohne sie würde es keine Jahreszeiten geben, in denen wir pflanzen und ernten können (Vers 4: Der ihnen Speise gegen den Hunger gab und Sicherheit gegen die Angst gewährte).

Zusammenfassung

Das Wort "Quraisch" ist, wie wir oben sagten und wie auch Wörterbücher erwähnten, die kleinste Einheit, die durch das Zusammenfügen zu einer anderen größeren Einheit gebildet wird. Da die Rede von Winter und Sommer ist, muss diese kleinste Einheit der einzelne Tag sein, dessen größere Einheit das Jahr. Das Jahr besteht, wie wir wissen, aus ungefähr 365 Tagen, die in zwei Teilen unterteilt sind. Ein Teil bildet den Zyklus der Winterreise und der andere bildet einen zweiten Zyklus der Sommerreise. Die beiden Zyklen vereinen sich durch den Knoten (Frühling und Herbst), den wir in diesem 8er-Muster erkennen.

Außerdem besagt der 3. Vers nicht, dass nur dieser Stamm, den die Uhrahnen "Quraisch" nannten, den Herrn dienen, sondern alle, die dem Islam beigetreten sind. Sie alle sind aufgefordert, Gott - ihren Herrn - entgegen zu kommen und IHM alleine zu dienen. ER ist der Zuständige für dieses System, das wir auf der Erde haben, um uns durch die Vielfalt der Pflanzen und Tieren zu ernähren. Wir haben also bei unserem Herrn nicht zu befürchten, dass wir im Leben zu kurz kommen, wenn wir unser Vertrauen in IHN setzen.

Gelobt ist der Herr der Welten

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