{"id":1634,"date":"2024-10-07T13:50:17","date_gmt":"2024-10-07T13:50:17","guid":{"rendered":"https:\/\/hanif.de\/?p=1634"},"modified":"2024-10-07T13:50:37","modified_gmt":"2024-10-07T13:50:37","slug":"das-meer-als-worte-gottes-vers-18109","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hanif.de\/?p=1634","title":{"rendered":"Das ausgedehnte Meer als Worte Gottes, Vers 18:109"},"content":{"rendered":"<p>Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Gn\u00e4digen<\/p>\n<p>Im Quran gibt es eine beeindruckende Metapher, die das Verh\u00e4ltnis der Worte Gottes zu einem Meer veranschaulicht. Dieser Vers zeigt die Unermesslichkeit der g\u00f6ttlichen Worte, die die Grenzen der menschlichen Vorstellungskraft weit \u00fcbersteigen. Viele \u00dcbersetzer interpretieren diese Metapher auf eine bestimmte Weise und verwenden das Wort <strong>&#8220;Tinte&#8221;<\/strong>, um den Vergleich darzustellen, dass das Meer als Schreibmaterial f\u00fcr die Worte Gottes nicht ausreichen w\u00fcrde. In unserer \u00dcbersetzung gehen wir jedoch einen anderen Weg, um der urspr\u00fcnglichen Bedeutung des Textes gerecht zu werden, ohne zus\u00e4tzliche Begriffe einzuf\u00fchren, die nicht im arabischen Original vorhanden sind.<\/p>\n<h4>Die \u00fcbliche Interpretation: Das Meer als Tinte<\/h4>\n<p>Die g\u00e4ngige \u00dcbersetzung, die in vielen Quran-\u00dcbersetzungen zu finden ist, lautet beispielsweise:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8220;Sag: Wenn das Meer Tinte f\u00fcr die Worte meines Herrn w\u00e4re, w\u00fcrde das Meer wahrlich zu Ende gehen, bevor die Worte meines Herrn zu Ende gingen, auch wenn Wir als Nachschub noch einmal seinesgleichen hinzubr\u00e4chten.&#8221;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Diese \u00dcbersetzung verwendet <strong>&#8220;Tinte&#8221;<\/strong> als Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Metapher des Meeres. Sie vermittelt das Bild, dass das gesamte Meer als Tinte verwendet wird, um die g\u00f6ttlichen Worte niederzuschreiben, und selbst diese Menge nicht ausreichen w\u00fcrde. Das Wort &#8220;Tinte&#8221; wird in die \u00dcbersetzung eingef\u00fcgt, um die Funktion des Meeres deutlicher zu machen, aber es ist im arabischen Originaltext nicht explizit vorhanden.<\/p>\n<h4>Unsere \u00dcbersetzung: Das Meer als Worte Gottes selbst<\/h4>\n<p>In unserer \u00dcbersetzung haben wir bewusst auf die Einf\u00fchrung des Wortes <strong>&#8220;Tinte&#8221;<\/strong> verzichtet, weil es im Originaltext nicht explizit erw\u00e4hnt wird. Stattdessen haben wir uns bem\u00fcht, die w\u00f6rtliche und metaphorische Bedeutung beizubehalten, ohne eine zus\u00e4tzliche Schicht der Interpretation hinzuzuf\u00fcgen. Unsere \u00dcbersetzung lautet:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8220;Sage: W\u00e4re das Meer ausgedehnt als Worte meines Herrn gewesen, so w\u00fcrde das Meer zu Ende gehen, bevor die Worte meines Herrn zu Ende gehen, auch wenn wir Seinesgleichen ausgedehnt bringen w\u00fcrden.&#8221;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>In dieser Formulierung wird das Meer als etwas dargestellt, das selbst die Worte Gottes symbolisiert. Hier bedeutet <strong>\u0645\u062f\u062f\u0627 &#8220;ausgedehnt&#8221;<\/strong>, dass selbst wenn alle Partikel des Meeres als Worte Gottes betrachtet w\u00fcrden, sie nicht ausreichen w\u00fcrden, um die g\u00f6ttliche Weisheit vollst\u00e4ndig zu erfassen. Das Meer ist die Quelle oder die Gesamtheit der Worte, und diese Worte \u2013 symbolisiert durch die Masse des Meeres \u2013 reichen dennoch nicht aus, um die g\u00f6ttliche Weisheit vollst\u00e4ndig wiederzugeben.<\/p>\n<h4>Vergleich der Ans\u00e4tze<\/h4>\n<p>Die herk\u00f6mmliche \u00dcbersetzung mit der Verwendung von <strong>&#8220;Tinte&#8221;<\/strong> neigt dazu, die Vorstellung der Worte Gottes als geschriebenes Werk zu konkretisieren. Durch das Einf\u00fcgen der &#8220;Tinte&#8221; wird die Idee geschaffen, dass die Worte Gottes in einem Buch, einem Manuskript oder einer Schrift festgehalten werden. Das Bild einer unersch\u00f6pflichen Tinte wird dabei verwendet, um die Unendlichkeit der g\u00f6ttlichen Worte anschaulich zu machen. Doch diese \u00dcbersetzung setzt voraus, dass das Verst\u00e4ndnis des Meeres als <strong>Tinte<\/strong> der beste Weg ist, um den Lesern die unersch\u00f6pfliche Natur der Worte Gottes zu verdeutlichen.<\/p>\n<p>Unsere \u00dcbersetzung hingegen vermeidet diese zus\u00e4tzliche Interpretation und bleibt eng an der Sprache und den Bildern des Originaltextes. Das Meer ist hier nicht notwendigerweise Tinte oder eine physische Ressource zum Schreiben, sondern es steht f\u00fcr etwas viel Gr\u00f6\u00dferes: Es repr\u00e4sentiert die Unermesslichkeit und die Vielzahl der g\u00f6ttlichen Worte selbst. Es geht darum, dass selbst das ganze Meer, wenn es als Worte verstanden wird, seine Kapazit\u00e4t erreicht, bevor die Worte Gottes enden w\u00fcrden. Dies veranschaulicht die Unendlichkeit der g\u00f6ttlichen Weisheit auf eine Weise, die keine explizite Vergleichsform wie &#8220;Tinte&#8221; ben\u00f6tigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Gn\u00e4digen Im Quran gibt es eine beeindruckende Metapher, die das Verh\u00e4ltnis der Worte Gottes zu einem Meer veranschaulicht. Dieser Vers zeigt die Unermesslichkeit der g\u00f6ttlichen Worte, die die Grenzen der menschlichen Vorstellungskraft weit \u00fcbersteigen. 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