{"id":275,"date":"2011-04-12T17:10:21","date_gmt":"2011-04-12T17:10:21","guid":{"rendered":"http:\/\/hanif.de\/?p=275"},"modified":"2022-10-13T17:11:41","modified_gmt":"2022-10-13T17:11:41","slug":"kommentar-zu-sura-88","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hanif.de\/?p=275","title":{"rendered":"Kommentar zu Sura 88"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #008000;\">Im Namen Gottes Des Erbarmers Des Gn\u00e4digen<\/span><\/p>\n<p>Da sich unsere \u00dcbersetzung der Sura 88 in vielerlei Hinsicht von den anderen abweicht, dachten wir, dass wir den Lesern schuldig sind, ihnen unsere Sichtweise zu zeigen und warum wir auf diese Art und Weise \u00fcbersetzt haben. Hier geht es vor allem um die Verse <strong>5, 6, 8, 15, 16, 17<\/strong><\/p>\n<blockquote><p><big><strong>Vers 5:<\/strong> <span style=\"color: #006400;\">in das von einer brodelnden Quelle gegossen (ToSQY) wird.<\/span><\/big><\/p><\/blockquote>\n<p>Alle \u00dcbersetzer meinten, da in Vers 2 die Rede von den Gesichtern ist, dass es hier um die Trinkquelle der H\u00f6llenbewohner geht. Doch genau hier wird das Wort &#8220;Trinken&#8221; (SchaReBa) gar nicht gebraucht, sondern eher das Wort &#8220;gie\u00dfen od. zum Trinken geben&#8221; (SaQYa). Unsere Meinung nach handelt es sich nicht um das Gie\u00dfen der Gesichter sondern des Feuers, das im vorherigen Vers erw\u00e4hnt wurde (4) und das eigentlich Treibstoff braucht um st\u00e4ndig aktiv zu bleiben.<\/p>\n<blockquote><p><big><strong>Vers 6: <\/strong><span style=\"color: #006400;\">F\u00fcr sie wird es keine Speise geben au\u00dfer Nutzlosem (DaRY\u00c1)<br \/>\n<\/span><\/big><\/p><\/blockquote>\n<p>Das Wort daf\u00fcr heisst &#8220;DaRY\u00c1&#8221; und stammt aus der Wurzel DR\u00c1 und existiert 8 mal im Koran. (6:42, 6:43, 6:63, 7:55, 7:94, 7:205, 23:76, 88:6)<\/p>\n<p><span style=\"color: #b22222;\"><big><span style=\"font-family: tahoma,geneva,sans-serif;\">\u0636\u0631\u0639 <\/span><\/big><\/span><span style=\"color: #696969; font-family: courier new,courier,monospace;\">[DaRa\u00c1] <\/span>Schw\u00e4che, Erniedrigung, abgemagert, gedem\u00fctigt<br \/>\n<span style=\"color: #b22222;\"><big><span style=\"font-family: tahoma,geneva,sans-serif;\">\u062a\u0636\u0631\u0639 <\/span><\/big><\/span><span style=\"font-family: courier new,courier,monospace;\"><span style=\"color: #696969;\">[TaDaRa\u00c1] <\/span><\/span>(an-)flehen,<br \/>\n<span style=\"color: #b22222;\"><big><span style=\"font-family: tahoma,geneva,sans-serif;\">\u0636\u0631\u0639 <\/span><\/big><\/span><span style=\"color: #696969;\"><span style=\"font-family: courier new,courier,monospace;\">[DaRY\u00c1]<\/span><\/span> feuchte \u00fcbelriechende Pflanzen<br \/>\n<span style=\"color: #b22222;\"><span style=\"font-family: tahoma,geneva,sans-serif;\"><big>\u0645\u0636\u0627\u0631\u0639 <\/big><\/span><\/span><span style=\"color: #696969;\"><span style=\"font-family: courier new,courier,monospace;\">[MoDaRe\u00c1]<\/span><\/span> Pr\u00e4senz<\/p>\n<p>Dass die \u00dcbersetzer das Wort in Vers 6 als &#8220;Dornen&#8221; wiedergaben, konnten wir nicht verstehen, denn wie k\u00f6nnen Menschen Dornen essen und dabei am Leben bleiben. Wir glauben, dass der Koran sich selbst erkl\u00e4rt und dazu nicht einmal W\u00f6rterb\u00fccher n\u00f6tig sind, die wiederum aus der Tradition bzw. den alten Interpretationen einiges entnommen haben. Die Erkl\u00e4rung dazu, und warum wir uns f\u00fcr das Wort &#8220;<strong>nutzlos<\/strong>&#8221; entschieden haben, steht genau im n\u00e4chsten Vers: &#8220;<span style=\"color: #008000;\">das weder s\u00e4ttigt noch den Hunger stillt<\/span>&#8220;.<\/p>\n<blockquote><p><big><strong>Vers 8<\/strong>: <span style=\"color: #006400;\">Gesichter sind an jenem Tag weich (Na\u00c1eMaH)<br \/>\n<\/span><\/big><\/p><\/blockquote>\n<p>Dieser Vers wurde von den meisten \u00dcbersetztern als &#8220;Gesichter, die <u>fr\u00f6hlich<\/u> sind&#8221; wiedergegeben. Die Wurzel &#8220;Na\u00c1aMa&#8221; beinhaltet einige Bedeutungen, die wir hier auflisten<\/p>\n<p><big style=\"color: #990000; font-family: tahoma;\">\u0646\u0639\u0645 <\/big><span style=\"font-family: courier new,courier,monospace;\"><span style=\"color: #696969;\">[Na\u00c1aMa]<\/span><\/span> in Wonne Leben, zart sein, glat sein, weich sein, JA, Jawohl,<strong><span style=\"color: #696969;\"><em> pl.<\/em><\/span><\/strong> <big style=\"color: #990000; font-family: tahoma;\">\u0623\u0646\u0639\u0627\u0645 <\/big><span style=\"color: #696969; font-family: courier new,courier,monospace;\">[AN\u00c1aM]<\/span> Vieh<br \/>\n<big style=\"color: #990000; font-family: tahoma;\">\u0623\u0646\u0639\u0645 <\/big><span style=\"color: #696969;\"><span style=\"font-family: courier new,courier,monospace;\">[AN\u00c1aMa]<\/span><\/span> sich Gro\u00dfz\u00fcgig erweisen, gew\u00e4hren<br \/>\n<big style=\"color: #990000; font-family: tahoma;\">\u0646\u0639\u0645\u0629 <\/big><span style=\"color: #696969;\"><span style=\"font-family: courier new,courier,monospace;\">[Ne\u00c1MaH]<\/span><\/span> Gunst (Gottes)<br \/>\n<big style=\"color: #990000; font-family: tahoma;\">\u0646\u0639\u064a\u0645 <\/big><span style=\"font-family: courier new,courier,monospace;\"><span style=\"color: #696969;\">[Na\u00c1YM]<\/span><\/span> Wonne, (Zustand im Paradies)<br \/>\n<big style=\"color: #990000; font-family: tahoma;\">\u062a\u0646\u0639\u0645 <\/big><span style=\"color: #696969; font-family: courier new,courier,monospace;\">[TaNa\u00c1aMa]<\/span> (das Leben) genie\u00dfen<br \/>\n<big style=\"color: #990000; font-family: tahoma;\">\u0627\u0644\u0645\u0646\u0639\u0645 <\/big><span style=\"color: #696969; font-family: courier new,courier,monospace;\">[AlMon\u00c1eM]<\/span> Der Gro\u00dfz\u00fcgige (Name Gottes)<br \/>\n<big style=\"color: #990000; font-family: tahoma;\">\u0646\u0639\u0627\u0645\u0629 <\/big><span style=\"color: #696969; font-family: courier new,courier,monospace;\">[Na\u00c1aMaH]<\/span> Strau\u00df<br \/>\n<big style=\"color: #990000; font-family: tahoma;\">\u0646\u0627\u0639\u0645 <\/big><span style=\"color: #696969; font-family: courier new,courier,monospace;\">[NA\u00c1eM]<\/span> weich, zart<\/p>\n<p>Wir sehen hier, dass es nicht um F\u00f6hlichkeit der Gesichter geht, sondern viel mehr um das Merkmal des guten Lebens, das man bei jedem der Paradiesbewohner an dem Gesicht erkennt, so wie es in Vers <strong>83:24<\/strong> beschrieben ist: &#8220;<span style=\"color: #008000;\">Du erkennst in ihren Gesichtern das Strahlen der Wonne<\/span>&#8221;<\/p>\n<blockquote><p><big><strong>Vers 15: <\/strong><span style=\"color: #006400;\">und aufgereihte Gef\u00e4\u00dfe<\/span><\/big><\/p><\/blockquote>\n<p>Hier haben die meisten \u00dcbersetzer &#8220;aufgereihte Kissen&#8221; wiedergegeben und nur Khalifa \u00fcbersetzte es als &#8220;aufgereihte K\u00fcge&#8221;. Doch diese Kr\u00fcge sind nicht solche, die man zum Trinken gebraucht, sondern um Getr\u00e4nke wie Wein zu lagern, da sie aufgereiht in den R\u00e4umen stehen. Also handelt es sich um gr\u00f6\u00dfere Beh\u00e4lter oder F\u00e4sser, die wir nicht genauer bescheiben k\u00f6nnen, au\u00dfer mit dem Begriff &#8220;Gef\u00e4\u00dfe&#8221;.<\/p>\n<blockquote><p><big><strong>Vers 16: <\/strong><span style=\"color: #006400;\">und verbreitete Gutsh\u00f6fe (ZaRaBY)<br \/>\n<\/span><\/big><\/p><\/blockquote>\n<p>Unsere Sichtweise ist, dass das Paradies ein sorgenfreies Leben ist, wo keine Bef\u00fcrchtung bestehen, dass man im Leben zu kurz kommt.<\/p>\n<p>Die Bedeutung der\u00a0 Wurzel des Wortes &#8220;ZaRaBY \/ ZaRaBa&#8221; ist:<\/p>\n<p><big style=\"color: #990000; font-family: tahoma;\">\u0632\u0631\u0628 <\/big><span style=\"color: #696969; font-family: courier new,courier,monospace;\">[ZaRaBa]<\/span> einsperren, einschr\u00e4nken,<br \/>\n<big style=\"color: #990000; font-family: tahoma;\">\u0632\u0631\u064a\u0628\u0629 <\/big><span style=\"color: #696969; font-family: courier new,courier,monospace;\">[ZaRYBaH]<\/span> Stall, (Tier-, Guts-)hof, Pferch <em><strong>pl.<\/strong><\/em> <big style=\"color: #990000; font-family: tahoma;\">\u0632\u0631\u0627\u0628\u0649 <\/big><span style=\"color: #696969; font-family: courier new,courier,monospace;\">[ZaRaBY] <\/span>(Guts-)H\u00f6fe,<br \/>\n<big style=\"color: #990000; font-family: tahoma;\">\u0632\u0631\u0628\u064a\u0629 <\/big><span style=\"color: #696969; font-family: courier new,courier,monospace;\">[ZaRBYaH]<\/span> Teppich <em><strong>pl.<\/strong><\/em> <big style=\"color: #990000; font-family: tahoma;\">\u0632\u0631\u0628\u064a\u0627\u062a <\/big><span style=\"color: #696969; font-family: courier new,courier,monospace;\">[ZaRBYAT]<\/span> Teppiche<\/p>\n<p>Doch bei dem Wort &#8220;ZaRaBY&#8221; im Vers kann es sich nach folgendem Grund nicht um &#8220;Teppiche&#8221; handeln:<\/p>\n<p>Unser Wort im Vers ist ja im Plural, deshalb schauten wir nach der Singularform davon um zu entdecken, dass es sich um ein Femininum handelt mit einem H-Buchstaben am Ende. Solche Nomen schauen in der Regel anders aus, wenn sie zu Plural umgewandelt werden. D.h. wenn es ZaRBYa<strong>H<\/strong> w\u00e4re, dann w\u00e4re der Plural &#8220;ZarBY<strong>AT<\/strong>&#8221; und nicht ZaRaBY<em> (Das &#8220;-H&#8221; am Ende des Singular-Feminin-Wortes wird in Plural meisten durch &#8220;-AT&#8221; ersetzt)<\/em>.<br \/>\nBeim Wort &#8220;ZaRYBaH&#8221; (Hof) handelt es sich auch um Singular, Femininum, doch unterliegt einer Ausnahme bei seinem Umwandeln zu Plural und wird zu &#8220;ZaRaBY&#8221;. Hier sind einige Beispiele von \u00e4hnlichen W\u00f6rtern aus dem Koran:<\/p>\n<p><big style=\"color: #990000; font-family: tahoma;\">\u0642\u0631\u064a\u0629 <\/big><span style=\"color: #696969; font-family: courier new,courier,monospace;\">[QaRYaH]<\/span> Dorf, pl. <big style=\"color: #990000; font-family: tahoma;\">\u0642\u0631\u0649 <\/big><span style=\"color: #696969; font-family: courier new,courier,monospace;\">[QoRY] <\/span>D\u00f6rfer<br \/>\n<big style=\"color: #990000; font-family: tahoma;\">\u0645\u062f\u064a\u0646\u0629 <\/big><span style=\"color: #696969; font-family: courier new,courier,monospace;\">[MaDYNaH]<\/span> Stadt, pl. <big style=\"color: #990000; font-family: tahoma;\">\u0645\u062f\u0646 <\/big><span style=\"color: #696969; font-family: courier new,courier,monospace;\">[MoDoN] <\/span>St\u00e4dte<br \/>\n<big style=\"color: #990000; font-family: tahoma;\">\u0637\u0631\u064a\u0642\u0629 <\/big><span style=\"color: #696969; font-family: courier new,courier,monospace;\">[TaRYQaH] <\/span>Weg, Methode, pl. <big style=\"color: #990000; font-family: tahoma;\">\u0637\u0631\u0627\u0626\u0642 <\/big><span style=\"color: #696969; font-family: courier new,courier,monospace;\">[TaRaYQ]<\/span> Wege, Methoden<\/p>\n<blockquote><p><big><strong>Vers 17: <\/strong><span style=\"color: #006400;\">Sehen sie nicht wie die Herdentiere (AL-IBL) erschaffen waren<\/span><\/big><\/p><\/blockquote>\n<p>Wir haben uns gewundert, warum die Rede st\u00e4ndig von Kamelen im Koran sei? Wir haben im Koran 4 verschiede Ausdr\u00fccke (JaMaL, JeMaLaT, NAQaH und IBL) und bei allen vier steht entweder Kamel oder Kamelstute, obwohl 3 davon v\u00f6llig unterschiedlich von der Schreibweise sind. Die Araber haben bzw. hatten nicht nur Kamele, denn Schafe und Ziegen, die in Herden leben, geh\u00f6ren seit Tausenden von Jahren dieser Kultur an.<br \/>\nNach dem wir die Wurzel genauer untersucht haben, fanden wir das Wort in Pluralform in Vers 105:3, der besagt: &#8220;<span style=\"color: #008000;\">Und Er sandte V\u00f6gel in <u>Schw\u00e4rmen<\/u> (ABABYL singular: IBL) \u00fcber sie<\/span>&#8220;.<br \/>\nDas Wort &#8220;Schw\u00e4rmen&#8221; bezieht sich im Deutschen auf Luft- oder Wassertiere, die in Gruppen leben. Wenn es um &#8220;Schw\u00e4rme&#8221; ginge, die sich auf Landtiere beziehen, dann sind es die &#8220;Herdentiere&#8221;. Laut Vers 6:144 sind die sogenannten &#8220;IBL&#8221; essbare Tiere (Schafe, Ziegen, Gazellen, Hirsch usw.), also gemeint sind sicher nicht alle Herdentiere im Allgemeinen.<\/p>\n<p>Salam<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Namen Gottes Des Erbarmers Des Gn\u00e4digen Da sich unsere \u00dcbersetzung der Sura 88 in vielerlei Hinsicht von den anderen abweicht, dachten wir, dass wir den Lesern schuldig sind, ihnen unsere Sichtweise zu zeigen und warum wir auf diese Art und Weise \u00fcbersetzt haben. 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