{"id":336,"date":"2011-12-16T00:22:36","date_gmt":"2011-12-16T00:22:36","guid":{"rendered":"http:\/\/hanif.de\/?p=336"},"modified":"2022-10-15T00:24:59","modified_gmt":"2022-10-15T00:24:59","slug":"diakritik-im-koran-und-der-einfluss-der-tradition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hanif.de\/?p=336","title":{"rendered":"Diakritik im Koran und der Einfluss der Tradition"},"content":{"rendered":"<p>Im Namen Gottes Des Erbarmers Des Gn\u00e4digen<\/p>\n<p>In diesem Beitrag wollen wir speziell auf Vers <strong>2:221<\/strong> eingehen. Doch ohne das Verst\u00e4ndnis einiger Regeln des offenkundigen Koran bleiben uns manche Verse verh\u00fcllt und wir m\u00fcssen uns mit den Vorgaben der Ahnen im Bezug auf die Setzung der diakritischen Zeichen begn\u00fcgen.<\/p>\n<p>Wir haben in \u00e4lteren Beitr\u00e4gen \u00f6fters erw\u00e4hnt, dass diakritische Zeichen in der Offenbarungzeit des Koran nicht existiert haben und erst ab der Zeit der Umayyaden Kalifat im Koran aufgesetzt worden sind<em> (Siehe &#8220;<a href=\"..\/?p=184\">Alkohol oder Zucker<\/a>&#8221; und &#8220;<a href=\"https:\/\/hanif.de\/?p=307\">Nahm sich Gott einen Freund<\/a>&#8220;)<\/em>. Der Grund, warum man diese Zeichen integriert hatte, war, weil man sich dachte, dass Mosleme auf der ganzen Welt eine einheitliche Leseart bekommen sollen. Man hatte bef\u00fcrchtet, dass jeder den Koran auf seiner Art und Weise lesen w\u00fcrde, wobei dann eine Vielzahl an verschiedenen Verst\u00e4ndnissen bzw. Interpretationen entstehen w\u00fcrde. Diese Behauptung k\u00f6nnen wir zum Teil zustimmen, nur der Fehler ist, dass man diese diakritischen Zeichen als g\u00f6ttlich angesehen hatte, die nicht zu widerrufen sind, obwohl sie von Menschen gemacht worden sind.<\/p>\n<p>In unserem Koran (auf <a href=\"http:\/\/alquran.eu\">alquran.eu<\/a>) haben wir, Gott sei dank, diese Schwelle \u00fcberschritten, und alles entfernt, was nicht zum Original geh\u00f6rt. So lesen wir die Zeichen Gottes frei und ohne menschlichen Einfl\u00fcsse, da wir daran glauben, dass der Koran sich selbst erkl\u00e4rt und sich nur mit Gottes erlaubnis \u00f6ffnet und dazu sind Glaube und Hintergrundswissen vollkommen ausreichend.<\/p>\n<p><strong><big>Traditionelle Ansichten<\/big><\/strong><\/p>\n<p>Nun schauen wir uns die \u00dcbersetzung von Vers <strong>2:221<\/strong> an als Beispiel f\u00fcr die Einflussnahme der Menschen, die ihre eigene Tradition durch die diakritischen Zeichen hineininterpretierten:<\/p>\n<blockquote><p>2:221 Und<span style=\"color: #f00;\"> <strong>heiratet nicht poly1istische Frauen<\/strong><\/span>, bis sie gl\u00e4ubig geworden sind. Wahrlich, eine gl\u00e4ubige Sklavin ist besser als eine poly1istische Frau, auch wenn sie euch gefallen sollte. <span style=\"color: #f00;\"><strong>Und la\u00dft die Poly1isten nicht zur Heirat zu<\/strong><\/span>, bis sie gl\u00e4ubig geworden sind. Wahrlich, ein gl\u00e4ubiger Sklave ist besser als ein Poly1ist, auch wenn er euch gefallen sollte. Jene rufen zum Feuer. Gott aber ruft zum Paradies und zur Vergebung mit seiner Erlaubnis. Und Er macht den Menschen seine Zeichen deutlich, auf da\u00df sie es bedenken. (\u00dcbersetzung Adel Khoury)<\/p><\/blockquote>\n<p>Hier sehen wir zwei Aussagen, in denen Gott den M\u00e4nnern und den Frauen empfiehlt, keine Poly1isten zu heiraten, doch beim ersten Mal spricht Er die M\u00e4nner direkt an und beim zweiten Mal spricht Er die Frauen indirekt an!! In beiden F\u00e4llen sind es sozusagen die M\u00e4nner, die angesprochen werden. Einmal als selbstst\u00e4ndige Personen, die die freie Entscheidung haben, mit wem sie zusammenkommen und beim zweiten Mal als Vorm\u00fcnder der in ihrem Kreis lebenden Frauen, um f\u00fcr sie zu entscheiden, wen diese heiraten d\u00fcrfen; als h\u00e4tten die Frauen keine eigene Selbstbestimmung!!<\/p>\n<p>Dieser Unterschied ist kein Fehler der \u00dcbersetzung, da die meisten \u00dcbersetzer (wenn nicht alle) sich an die diakritischen Zeichen beim Verst\u00e4ndnis des Koran halten. Wir werden, so Gott will, zeigen, dass der Koran eher seine Regel hat, die von Menschen besser beachtet werden sollen statt sich den Regeln der Ahnen zu widmen.<\/p>\n<p><strong><big>Unsere Ansicht<\/big><\/strong><\/p>\n<p>Wir behaupten, dass beide Aussagen Gottes sowohl den M\u00e4nnern als auch den Frauen gleicher Ma\u00dfen gelten. In diesem Vers werden nicht nur M\u00e4nner angesprochen, sondern Menschen im Allgemeinen, die als Vorm\u00fcnder f\u00fcr andere stehen oder die Verantwortung f\u00fcr sie tragen, sowie die Eltern an ersten Stelle.<\/p>\n<p>Wenn wir den Vers in Originalform nochmals genauer anschauen und ohne solche diakritischen Zeichen, dann werden wir entdecken, dass zwischen beiden (rot markierten) Stellen \u00fcberhaupt keinen Unterschied besteht. Denn wie gesagt, der einzige Unterschied ist die aufgesetzten Zeichen auf den Buchstaben, die die Bedeutung des Wortes v\u00f6llig verdrehen. Beispiel: &#8220;<strong>LA T<u><span style=\"color: #ff0000;\">a<\/span><\/u>NKeHWA<\/strong>&#8221; (mit Fatha-Zeichen) = Heiratet nicht,. <strong>&#8220;LA T<u><span style=\"color: #ff0000;\">o<\/span><\/u>NKeHWA<\/strong>&#8221; (Mit Dammah-Zeichen) = Lasst nicht heiraten:<\/p>\n<blockquote><p><big style=\"font-family: openquran;\"><span style=\"color: #ff0000;\">\u0648\u0644\u0627 \u062a\u0646\u0643\u062d\u0648\u0627<\/span> \u0627\u0644\u0645\u0634\u0631\u0643\u062a \u062d\u062a\u0649 \u064a\u0624\u0645\u0646 \u0648\u0644\u0623\u0645\u0629 \u0645\u0624\u0645\u0646\u0629 \u062e\u064a\u0631 \u0645\u0646 \u0645\u0634\u0631\u0643\u0629 \u0648\u0644\u0648 \u0623\u0639\u062c\u0628\u062a\u0643\u0645 <span style=\"color: #ff0000;\">\u0648\u0644\u0627 \u062a\u0646\u0643\u062d\u0648\u0627<\/span> \u0627\u0644\u0645\u0634\u0631\u0643\u064a\u0646 \u062d\u062a\u0649 \u064a\u0624\u0645\u0646\u0648\u0627 \u0648\u0644\u0639\u0628\u062f \u0645\u0624\u0645\u0646 \u062e\u064a\u0631 \u0645\u0646 \u0645\u0634\u0631\u0643 \u0648\u0644\u0648 \u0623\u0639\u062c\u0628\u0643\u0645 \u0623\u0648\u0644\u0626\u0643 \u064a\u062f\u0639\u0648\u0646 \u0625\u0644\u0649 \u0627\u0644\u0646\u0627\u0631 \u0648\u0627\u0644\u0644\u0647 \u064a\u062f\u0639\u0648\u0627 \u0625\u0644\u0649 \u0627\u0644\u062c\u0646\u0629 \u0648\u0627\u0644\u0645\u063a\u0641\u0631\u0629 \u0628\u0625\u0630\u0646\u0647 \u0648\u064a\u0628\u064a\u0646 \u0621\u0627\u064a\u062a\u0647 \u0644\u0644\u0646\u0627\u0633 \u0644\u0639\u0644\u0647\u0645 \u064a\u062a\u0630\u0643\u0631\u0648\u0646<\/big><\/p><\/blockquote>\n<p>Am Anfang unserer \u00dcberlegungen, dachten wir, dass vielleicht Mann und Frau direkt angesprochen werden <strong>&#8220;LA T<u><span style=\"color: #ff0000;\">a<\/span><\/u>NKeHWA&#8221; = Heiratet nicht<\/strong><em> (plural, Maskulin oder beide Geschlechter)<\/em>. Das kann im ersten Fall im Bezug auf M\u00e4nner richtig sein, aber wenn Frauen (im zweiten Fall) im Arabischen angesprochen werden, dann sieht es in der Grammatik anders aus, n\u00e4mlich <strong>&#8220;LA TaNKeHNa&#8221; = Heiratet nicht<\/strong> <em>(Plural, Feminin)<\/em>. Diese Form ist aber im Vers nicht vorhanden und das Verb <strong>&#8220;NaKaHa&#8221; = (Heiraten)<\/strong> kann f\u00fcr beide F\u00e4lle nicht gleich sein.<\/p>\n<p>Hier hat ein Bruder, der mit uns den Koran \u00fcbersetzt, gefragt, ob die zweite grammatikalische Form f\u00fcr beide F\u00e4lle gelten w\u00fcrde, <strong>&#8220;LA T<u><span style=\"color: #ff0000;\">o<\/span><\/u>NKeHWA<\/strong>&#8221; (Lasst nicht heiraten)?<\/p>\n<p>JA! Das ist dies, wonach wir suchten! Denn genau in der Heiratssache glauben wir, dass es \u00fcberhaupt keinen Unterschied bestehen soll, auch die gleiche Schreibweise des Verbes weist keinen Unterschied auf und somit best\u00e4tigt sie diesen Denksatz. Eltern oder Vorm\u00fcder sollen eher darauf achten, dass ihre Kinder, wenn sie mal erwachsen sind, mit dem richtigen Mann bzw. der richtigen Frau zusammenkommen, der oder die Gott achtsam ist und kein Unrecht tut.<\/p>\n<p>Aus dem Grund schaut unsere \u00dcbersetzung anders aus als bei anderen:<\/p>\n<blockquote><p>2:221 <span style=\"color: #ff0000;\">Und lasst euch nicht<\/span> die Poly1istinnen heiraten, ehe sie glauben, da eine gl\u00e4ubige Dienerin besser ist als eine Poly1istin, auch wenn sie euch gef\u00e4llt. <span style=\"color: #ff0000;\">Und lasst euch nicht<\/span> die Poly1isten heiraten, ehe sie glauben, da ein gl\u00e4ubiger Diener besser ist als ein Poly1ist, auch wenn er euch gef\u00e4llt. Jene laden zum Feuer ein und Gott l\u00e4dt zum Paradies und zur Vergebung ein, mit seiner Erlaubnis. Und Er verdeutlicht seine Zeichen f\u00fcr die Menschen, auf dass sie sich erinnern<\/p><\/blockquote>\n<p>Salam<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Namen Gottes Des Erbarmers Des Gn\u00e4digen In diesem Beitrag wollen wir speziell auf Vers 2:221 eingehen. Doch ohne das Verst\u00e4ndnis einiger Regeln des offenkundigen Koran bleiben uns manche Verse verh\u00fcllt und wir m\u00fcssen uns mit den Vorgaben der Ahnen im Bezug auf die Setzung der diakritischen Zeichen begn\u00fcgen. 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